Wie baut man eine Internet-Community auf? Warum eine Community? Und wie geht man am besten vor?  Communities schießen wie Pilze aus dem Boden. Um erfolgreich zu sein, muss man sich schon bei der Planung viele Gedanken machen, damit die eigene Community lebt und nicht eine von Tausenden leblosen Internseiten wird. Damit dies funktioniert müssen viele Punkte beachtet werden. Um zu testen, ob das auch alles funktioniert, was ich hier schreibe, werde ich parallel zu dieser mehrteiligen Artikelserie eine Internet-Community aufbauen, sprich Community Building.

Am Anfang steht der Grundgedanke

Eine Community ohne festem Thema hat es schwer sich durchzusetzen. Warum sollte ein Besucher ihre Community nutzen, wenn es doch themenlose Communities schon überall zu genüge gibt? Sie können entweder ein gutes Thema wählen, welches noch nicht so häufig vertreten ist, oder sie bauen eine vorhandene Community nach und versuchen besser zu sein. Bei Konkurrenten wie meinVZ und Facebook kann es schwer werden.

Bevor Sie sich aber zu sehr woanders Inspirieren lassen, sollten Sie sich einige Gedanken aufschreiben, was Sie wollen, wie es aussehen könnte und welche Funktionen es geben muss.

Sinnvolles Thema

Am besten ist ein Thema, mit dem Sie sich als Webmaster gut auskennen, oder falls Sie nur die technische Realisierung machen, jemanden kennen, der sich damit auskennt. Besucher kommen immer wieder gern in Ihre Community, wenn dort kompetente User anzutreffen sind. Sinnlos sind Themen wie “Geld verdienen im Internet”, davon gibt es einfach zu viele und Sie würden sich nicht durchsetzen können. Viel sinnvoller können regionale Communities sein, wie dies in Großstädten oftmals der Fall ist. Hier könnte man sich zum Beispiel über aktuelle Veranstaltungen in der Stadt um Umgebung austauschen.

Kein festes Thema

Darüber habe ich mir Gedanken gemacht, jedoch halte ich es für sinnfrei ohne Thema Besucher und Community-User anzulocken, denn man wird erstens nicht in Suchmaschinen oft genug gefunden und zweitens hat man eine Webseite, wo von allem ein wenig steht, aber nichts konkretes. Das wird bei Suchmaschinen nicht positiv gewertet. Und eine bestimmte Zielgruppe an Usern erreichen Sie auch nicht.

Welches Thema?

Sie haben mehrere Themen im Sinn? Prüfen Sie in diversen Suchmaschinen und Webkatalogen nach, ob es bereits schon viele Internetseiten bzw. Communities zu dem Thema gibt. Je weniger Sie finden, desto besser ist es für Sie. Bei der Gelegenheit schauen Sie nach, wie andere mit ähnlichem Thema ihre Community realisiert haben und ob ihr bereits vorhandener Grundgedanke besser ist als die bereits vorhandenen Realisierungen. Man kann auch viele Ideen übernehmen (z.B. Forum, Fotoalbum, Chat …) und besser umsetzen oder die Bedienung nur einfacher machen. Dann dürfte Ihr Thema potentielle User anziehen, da Ihre Realisierung evtl. besser ist als die der “Konkurrenz”.

Content

Recht wichtiger Punkt ist der Inhalt der Community. Liefern Sie feste Inhalte oder kommt der Content nur von Usern, die sich in Foren austauschen? Eine Internetseite ohne Content wird recht selten von Besuchern mehrfach besucht.

Welche Zielgruppe

Ich bleibe bei der Idee der regionalen Community. Welchen Personenkreis möchten Sie ansprechen? Ganz grob kann man unterteilen in Privatpersonen und Firmen. Firmen könnten regionale Kontakte knöpfen und sich bzgl. Seminare austauschen. Privatpersonen könnten sich zum Feiern in Diskotheken treffen. Auch hier sollten Sie vorher wissen, wen Sie ansprechen wollen. Einen Fleischermeister werden Sie nie dazu bringen eine Liste der nächsten Marketingstrategieseminare zu besuche.

Ich schränke das Beispiel ein auf Privatpersonen. Und weiter suche ich mir die jüngere Generation aus (18-35 Jahre), da diese regionale Diskotheken besuchen könnten und auch Ahnung vom Medium Internet haben. Im hohen Alter verringert sich die Größe der Zielgruppe dramatisch. Ich kenne wenige Senioren, die mit dem Internet umgehen können.

Ganz wichtig: der Name

Ein guter Name ist im Internet wichtig. Wenn Sie sich einen Namen ausdenken prüfen Sie immer nach, ob auch eine entsprechende Domain noch zu haben ist. Der Name sollte evtl. was mit dem Thema zu tun haben. Das wird aber schwer, da die besten Domains ja bekanntlich schon vergeben sind. Oder Sie können jemanden eine Domain abkaufen.

Sollten Sie mehrere Namensvorschläge haben, verraten Sie diese nicht im großen Kreis weiter, sonst ist evtl. die dazu passende Domain sofort von jemandem reserviert worden. Da ja Domains im Jahr weniger als 6 Euro kosten, würde ich einfach für 2 oder 3 Namen die Domains reservieren, wenn ich mich noch nicht entscheiden kann. Dann kann Ihnen auch niemand die Domain bzw. den Namen wegschnappen, wenn Sie sich noch nicht sicher sind.

Warum machen Sie das?

Warum möchten Sie eigentlich eine Community aufbauen? Als Hobby oder soll dies als Nebenerwerb dienen? Möchten Sie mit der Community Geld verdienen, dann ist die Zielgruppe “Firmenkunde” die erste Wahl. Bei Privatpersonen wird die Finanzierung der Community schon schwieriger. Mit Werbeeinnahmen werden Sie nicht reich. Da müssen Sie schon was bieten, das was kostet. Egal ob Premiuminhalte oder einen T-Shirtshop. In der Entwicklungs- und Aufbauphase fallen nicht viele Kosten an, wenn Sie mit dem passenden KnowHow alles in Eigenregie erledigen. Außerdem lernen Sie dabei auch noch was. Aber als Tipp: Überlegen Sie bei der Wahl der Zielgruppe, wer am ehesten bereit sein wird, in Ihrer Community Geld zu lassen.

Mein Beispiel wird erst mal kostenlos sein und irgendwann einen T-Shirtshop erhalten.

Features

Letzter Punkt in diesem Teil bezieht sich auf die Features der Community. Sie müssen nicht eine Community aufbauen, die sofort alles an möglichen Features bietet. Ein Kleinanzeigenmarkt macht die Community unattraktiv, wenn Sie nur 10 User haben. Wichtige Features sind Userprofile, Persönliche Nachrichten und eine Art Forum. Wenn Sie wenig User haben, bleiben Sie auch mit Features sparsam, denn sonst wirkt alles so leer. Jedoch können Sie Funktionen wie Fotoalbum vorbereiten und dann freischalten, wenn es an der Zeit ist.

Wenn Sie eine Community nachbauen bzw. besser realisieren möchten sollten Sie auch hier darauf achten, was benötigt wird und was Overkill ist. Vielleicht ist es auch besser, Funktionen wegzulassen, die Sie woanders für überflüssig halten.

Buchtipp Community Building

Ich habe mir vor 4 Jahren das Buch Community Building gekauft, welches es bei Amazon zu kaufen gibt. Hier sind noch viele weitere Tipps drin. Es ist jedoch Ansichtssache, ob man diese Tipps braucht oder nicht. Wer das Buch ausleihen möchte, kann dies bei mir tun.

Community Building Teil 1: Idee
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