// you’re reading...

Technik

Energie beim Heizen sparen

Verschiedene Vergleichsportale für Strom- und Heiztarife raten gerne zum Wechsel des Anbieters. Dabei wird Ihnen auch gerne ein nicht gerade kleiner Wechselbonus angeboten. Nun können Sie elementare Kosten beim Anbieterwechsel sparen, aber es gibt auch Situationen, in denen Sie beim Wechsel nicht unbedingt besser da stehen, da Sie schon einen günstigen Anbieter für Strom oder Gas haben.

Warum lohnt sich nicht immer der Wechsel?

Die Vergleichsportale listen Ihnen meist einen günstigeren Anbieter als Ihren aktuellen. Jedoch sind die Preise auf das erste Jahr hochgerechnet und beinhalten auch einen Bonus, den Sie beim Wechseln meist erst im zweiten Jahr ausbezahlt bekommen. Wenn Sie quasi nur durch einen hohen Wechselbonus einen günstigeren Anbieter für Strom oder Gas finden, welcher erst im zweiten Jahr bezahlt wird, ist es rechnerisch möglich, dass der Grundpreis sowie der Arbeitspreis höher sind als von Ihrem aktuellen Anbieter. Daher sollten Sie beachten, dass Sie die gesamten Jahreskosten bis zur Ausbezahlung des Bonus berechnen (gerne auch mal dann die Kosten für 2 Jahre vergleichen). Dies impliziert auch, dass jährlicher Anbieterwechsel (sofern Sie sich noch daran erinnern) evtl. den Bonus verfallen lässt.

Dennoch Kosten sparen

In meinem Fall war die Einsparung beim Anbieterwechsel verschwindend gering, sodass ein Wechsel kaum den Aufwand wert gewesen wäre. Beim Vergleich der Arbeitspreise für Strom und Gas ist mir aufgefallen, dass das größere Einsparpotential bei den Heizkosten vorhanden ist. Die Stromkosten sind schon unterdurchschnittlich, da die Verwendung von Schaltsteckdosen und die Einhaltung der üblichen Stromspartipps die Kosten extrem drücken.

Da das Sparpotential beim Heizen viel höher ist, gibt es viele gute Heiztipps. Eine Abwandlung der Standardtipps habe ich im Folgenden aufgelistet:

Heizkosten sparen

Die folgenden Tipps setzen ein wenig an Technik und Material voraus, welche Sie über die Links im Detail anschauen können.

Temperatur reduzieren

Vor langer Zeit habe ich über Raumregler geschrieben, welche die Temperatur auf 0,5 Grad Celsius genau einstellen können. Angeblich kann die Reduzierung der Temperatur um 1 Grad schon 6% der Heizkosten einsparen. Macht bei 1000 Euro Kosten im Jahr schon 60 Euro Ersparnis.

Temperaturzonen zeitgesteuert

Meine Raumregler können jeden Raum individuell nach einem Programm beheizen, sodass dieser Raum nur bei Bedarf angenehm warm wird. Beispielsweise braucht der Essbereich für die Mittagspause nur maximal 2 Stunden warm sein, daher können Sie außerhalb der Mittagszeit die Temperatur noch weiter heruntersenken. Ich hab gute Erfahrungen damit gemacht, Bereiche, welche nur einmal am Tag genutzt werden außerhalb der Nutzungszeit sowie Nachts um 2,5 bis 3,0 Grad Celsius herunter zu regeln. Es kommt immer auf den Raum und die Heizleistung des Heizkörpers an. Mittels kleinem Ventilator, welcher gar keinen Hausstrom benötigt, kann ein Raum auch schneller und besser aufgeheizt werden, wenn die Heizkörperleistung wegen Wärmestau eingeschränkt ist.

Hinter Heizkörper dämmen

Sieht nicht schick aus, aber erfüllt den Zweck: Mit Dämmplatten (Alu-Styropor-Mix) gelangt weniger Wärme durch die Außenwand nach draußen.

Fenster zusätzlich dämmen

Gerade alte Fenster sind einfach kalt und dämmen nicht kostensparend. Besonders gut merken Sie dies, wenn subjektiv kalte Fenster in Räumen mit mehreren Menschen oder in der Küche schnell beschlagen und sich kleine Tröpfchen bilden. Dies liegt daran, weil die Scheibe auf der Innenseite kalt ist und die Raumluft an der Scheibe stark abgekühlt wird. Und feuchte Luft (angefeuchtet durch Atmen oder Wasserkocher) muss Feuchtigkeit abgeben, wenn diese erkaltet.
Um dem vorzubeugen habe ich mir testweise Thermomoll Cover von Tesa gekauft und auf Fenster angebracht, welche:

  • oft kalt sind
  • Feuchtigkeit niederschlagen lassen

Hierbei wird eine Folie auf den Fensterrahmen geklebt, welche eine zusätzliche Luft-Dämmschicht an der Fensterscheibe erzeugt. So können Sie aus Einfachverglasung eine quasi Doppelverglasung machen. Jedoch sieht das Klebe-Ergebnis nicht sonderlich toll aus, da die Sicht ein wenig getrübt wird. Ich würde dies an Ihrer Stelle nur an Fenster anbringen, welche hinter Vorhängen sind.

Vorteil ist aber, dass diese Fenster nun nicht mehr zu kalt wirken und auch keine Tröpfchenbildung mehr haben. Demnach ist der Temperaturunterschied zwischen Raumtemperatur und Innenscheibe bzw. -Folie nicht mehr so groß, trotz gleichbleibender Grad-Celsius.

Fazit

Die Anschaffungskosten der oben genannten Raumregler amortisieren laut Hersteller sich nach wenigen Jahren. Dies ist auch bei mir nun der Fall, da die Temperaturen in den Räumen bei mir immer passend sind und das System die Temperatur automatisch absenkt, wenn ich die Räume nicht nutze. Das Dämmmaterial für Heizkörper und Fensterscheiben sollte aufgrund der Kosten sich schon innerhalb einer Heizperiode amortisieren. Ob dies wirklich der Fall ist, kann ich nicht zuverlässig nachvollziehen, da bisher jeder Winter unterschiedlich stark war. Jedoch fühlt man den positiven Unterschied an den gedämmten Wänden und Fenstern, was sich garantiert zugunsten der Energiekosten niederschlägt.

Empfehlen:    
   

Diskussion

2 Kommentare für “Energie beim Heizen sparen”

  1. Hallo,

    ich habe gerade einen Wechsel durchgeführt, sowohl beim Gas- als auch beim Stromanbieter.
    Eigentlich war bei denen Anbieter nur ein Vorteil durch die Neukundenboni zu erzielen.
    In der Kombi Grundpreis – Verbrauch nehmen sich fast alle Anbieter nicht viel.

    Lediglich zum lokalen Grundversorger ist in der Regel ein riesen Preisabstand.

    Markus

    Posted by Markus | Dezember 4, 2013, 14:46
  2. Ja das glaub ich auch, wobei ein Bekannter wohl gewechselt hat und angeblich mehr als nur durch den Bonus spart. Ich glaube, dass sich der Aufwand oft nicht lohnt. Aber Vergleichen kostet ja nichts. ;)

    Posted by Phill | Dezember 12, 2013, 13:47

Kommentar schreiben


(Eingegebener Name wird unter Impressum/Kontakt der Website validiert)

*